Technical University of Munich, Department of Computer Science
MQM Paper: [Struss 93c]


Peter Struss

Qualitative Modellierung physikalischer Systeme - auf dem Weg zu Anwendungen.
Eine Bestandsaufnahme anläßlich des siebten Internationalen Workshops "Qualitative Reasoning about Physical Systems", Orcas Island, Washington, 16. - 20 . 5. 1993

In: KI 4/93, FBO Verlag, pp. 50-53, 1993.

Abstract

Wissensbasierte problemlösende Systeme der zweiten Generation gründen sich auf eine explizite Modellierung des Gegenstandsbereichs, in dem sie eingesetzt werden, also etwa ein Vrhaltensmodell eines zu diagnostizierenden Geräts. Dabei ist die Aufgabe letztlich, nicht nur dieses spezielle System als Modell zu repräsentieren, sondern dies zu erzeugen unter Verwendung von mehrfach verwendbaren Modellbausteinen aus einer Bibliothek, die physikalische Phänomene und technische Prinzipien eines ganzen Anwendungsfeldes abgedeckt.

Es ist die m.E. der ausschlaggebende Aspekt für modellbasierte Systeme, der, weit über die Vorteile der Kompetenzsteigerung einzelner Anwendungssysteme hinausgehend, eine immense wissenschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung erlangen wird: zum einen die Revolutionierung des Entdwdicklungsprozesses wissensbasierter Systeme selbst, durch billige Serienproduktion und leichte Modifizierbarkeit statt teurer und unflexibler Einzelfertigung. Zum zweiten eine Revolutionierung in der Beherrschung von Technologie selbst durch eine systematische, objektivierte, unabhägig von Personen, Zeit und Ort elektronisch verfügbare Repräsentation des technologischen know-hows ganzer Gebiete. Da es also um relativ vollständige Darstellungen der vorhandenen Wissenskörper genzer naturwissenschaftlicher und technischer Zweige geht, kann die darin liegende wissenschaftliche Herausforderung nicht überschätzt  werden. Aber auch nicht die wirtschaftliche Bedeutung im Hinblick auf die Entfaltung und Beherrschung von neuenTechnologien einschließlich ihrer Einwirkung auf die Umwelt. In den USA und z.T. Japan scheint dies von Firmen und Forschungsförderungen klarer erkannt worden und in Projekte umgesetzt worden zu sein als in Europa.

Der jährliche intrnationale Workshop über "Qualitative Reasoning" ist immer noch die Gelegenheit, den Entwicklungsstand dieses Gebietes einzuschätzen, auch wenn es einen festen Platz in genereller orientierten Tagungen hat (in der KI und mittlerweile auch in ingenieurwissenschaftlich orientierten). Seit dem ersten Workschop (1987 in Urbana, Illinois) hat er die Form einer intensiv diskutierenden arbeitstagung von ca. 50 eingeladenen Teilnehmern bewahrt. Ich hatte Gelegenheit, von Beginn an diese jährlichen Schnappschüse des Forschungsgebietes verfolgen zu kö nnen. Vor diesem Hintergrund seien im folgenden knapp die Schwerpunkte und Entwicklungslinien verfolgt, die den 93'er Workshop (organisiert von Dan Weld, University of Washington) charakterisieren.

Download


If you have comments or suggestions, email me at mauss@informatik.tu-muenchen.de
created: Arsineh Keshishian, Aug 21, 1997, last updated: Arsineh Keshishian, Aug 21, 1997